Ehemaliger ‚Gasthof zum weißen Schwanen‘ in Thurnau – Foto: Harald Stark
Wohl fast jeder hat mitbekommen, dass dieses Haus einer Straßenbaumaßnahme weichen soll. Viele aus der Umgebung kennen Herrn Waldhier, waren selbst Kunden in seinem Geschäft, welches er inzwischen geschlossen hat. Mit weniger sentimentalen Gründen befürworten jedoch sicherlich auch genügend Anwohner die Straßenverbreiterung am dortigen Ortseingang zu Thurnau. In einer solchen Debatte prallen unglaublich viele Meinungen aufeinander. Das haben wir zuletzt in den Gruppenbeiträgen gesehen, als bereits darüber hitzig argumentiert wurde.
Ich muss allem voran sagen, dass auch ich geraume Zeit diese Straße fast täglich passiert habe – ohne an einen großen Missstand zu denken. Das derzeitige Geschehen und begleitende Bilder habe ich mir sehr interessiert angesehen:
Es kann meiner Meinung nicht schaden, immer wieder einen Denkanstoß zu erhalten und somit möchte ich euch meine beiden ersten Gedanken zu diesem Thema mitteilen, die mir durch den Kopf geschossen sind, als auch ich mich damit auseinandersetzte.
1️⃣ Wo wären wir heute, wenn wir nicht auf die Zeugnisse vergangener Tage blicken könnten? Die handwerkliche Baukunst, die anhand diverser Projekte scheinbar schon verloren gegangen ist, birgt nicht nur Lehrstoff für heutige Errungenschaften. Solche Zeugnisse sind Teil unserer Geschichte. Jedes Volk definiert sich über seine Vergangenheit, ist befähigt das Beste daraus herauszuholen, darauf aufzubauen. Wir lieben unsere Burgen, Reste zahlreicher Stadtmauern, die in modernen Innenstädte stilvoll verschmelzen – aber damit ist ja schließlich noch nicht Schluss.
2⃣ Woher kommen die Gelder, aus solch noblen Gründen, wie Stolz und Brauchtum alte Gebäude zu erhalten und für unseren hiesigen Tourismus nicht nur zu schützen, sondern ihnen gar neues Leben zu schenken? Selbstverständlich will dieser Punkt bedacht sein und zum ersten Mal habe ich mich hingesetzt und bin auch dieser Frage nachgegangen. Es scheint wohl so, dass die Finanzierung des Denkmalnetz Bayern aus verschiedenen Quellen, darunter private und öffentliche Mittel, stammt. Es engagieren sich hier so viele Bürgerinitiativen und ehrenamtliche Leute, dass selbst ein Zyniker nicht alleinig schlussfolgern kann, hier würde der Staat einmal wieder das Geld zum Fenster herauswerfen.
Für mich hat es sich gelohnt etwas genauer hinzusehen und ich werde das Engagement vieler in diesem Zusammenhang weiter verfolgen.
Vielen Dank für den sehr guten Bericht. Ich kann beide Seiten verstehen; die Verbreiterung der Straße und den Erhalt des Gebäudes. Ist das Gebäude einmal abgerissen, dann muss den Thurnauern klar sein, das nicht nur ein Stück Geschichte unwiderruflich weg ist, sondern auch dadurch der Durchgangsverkehr ansteigen wird. Hier bietet sich die Chance dem Ort mit dem Erhalt des Hauses einen Geschichtlichen Zugang zu geben, so zu sagen als Start zur Erkundung Thurnaus. Das Haus könnte eine Mischung mit Wohnungen, ( untere Ebene altersgerechte Wohnungen), Kiez-Treffpunkt, kleines Museum, inkl. der Kellergewölbe), Kunst und Kultur, Hofkonzerte im Kleinem) werden. Das sind nur Ideen. Klar, das kostet Geld, viel Geld. Und wer kümmert sich um all die Dinge?. So, hat Thurnau als Hauptanziehungspunkt „nur“ das schöne Schloss, mit den anliegenden Töpfer Werkstätten; und den in absehbarer Zeit wieder eröffneten Schlosspark. Es wär eine Erweiterung. Es sind nur Anregungen, Ehe es zu spät ist. Dann haben wir nur wieder eine breitere geteerte Straße.
Vielen Dank für diese Gedanken. Sie spiegeln meine persönliche Meinung wider.