Im Dialog mit – Daniel Manzer, alias Mr.Hops
Unsere Heimat zu genießen und voranzubringen ist eine Angelegenheit, welche wir selbst mit unserem Tun im alltäglichen gestalten. Hier kommt es nicht nur auf die politische Führungsspitze, sondern unser ständiges Zutun an. Wo kaufen wir ein, wie verbringen wir unsere Freizeit, was verkaufen wir? Sobald unser Lebensmittelpunkt auch wirklich zuhause stattfindet und sich nicht nur nach außerhalb verlagert, tragen wir also maßgeblich bereits zur Gestaltung unserer Stadt bei. So sieht es auch Daniel Manzer, ein Gründer, den inzwischen alle unter dem Namen „Mr. Hops“ kennen.
Daniel, auch du bringst dich nach meinen einleitenden Worten aktiv für unseren Landkreis ein. Du lebst und arbeitest hier und hast sogar im Kulmbach Land dein Gewerbe gegründet. Wie kam es überhaupt dazu?
Ich, Daniel Manzer, bin mit Leib und Seele Braumeister. Gelernt habe ich in der Schübel Bräu, dann war ich 4 Jahre bei der Bundeswehr und anschließend absolvierte ich meinen Braumeister in Ulm, wo ich weitere 5 Jahre als Braumeister arbeitete. Danach war ich noch ein paar Jahre in der Oberpfalz tätig. Seit 2019 arbeite ich in der Ireks. Während Corona hatte man viel Zeit und ja – aus der Laune heraus habe ich mir eine 150 Liter-Anlage für den Anfang gekauft und im Dezember 2020 wurde Mr. Hops geboren.
Nun hättest du dein Gewerbe auch in einem anderen Landkreis gründen können, aber du hast dich für das Kulmbacher Land entschieden. Weshalb?
Kulmbach und die umliegenden Landkreise sind nicht nur eine Gegend. Kulmbach bedeutet für mich Heimat, Freundschaft und Natur.
Wie herrlich das klingt! Da ich deine Aktivitäten natürlich mit großem Interesse verfolge weiß ich, dass bei dir auch immer wieder neue Aktionen und weitere Ideen auf uns warten. Was wünscht du dir für die Zukunft, dass dies auch so bleibt? Was würdest du gerne noch umsetzen?
Gerade als Kleinunternehmer hat man Schwierigkeiten, mit dem industriellen Preiskampf mitzuhalten. Wir haben es deutlich schwieriger beim Einkauf, den Rohstoffen, vernünftige Preise zu bekommen. Deshalb müssen kleine Brauereien enger zusammenarbeiten, um beim Einkauf wenigstens ein paar Cent zu sparen. Aber ich denke, dass das langsam in den Köpfen der Leuten ankommt, das ehrliche handwerkliche Arbeit nun mal einen höheren Preis aufweist. Qualität muss man eben bezahlen.Natürlich darf man nie stehen bleiben, ich liebe es neue aufregende Biere zu entwickeln. Für die Zukunft könnte ich mir eventuell mehr Events in meinem tollen Innenhof vorstellen. Ich könnte mir auch vorstellen in ein paar Jahren eine Eventscheune aus meiner bestehenden Halle zu machen, aber das ist immer noch Wunschdenken 🙂🙂
Das klingt bodenständig und nach einer ordentlichen Portion Lust auf mehr! Eine letzte Frage hätte ich da allerdings noch:
Leben und arbeiten in Kulmbach – Lass uns zusammenfassen. Was ist top und was ist flop deiner Meinung nach?
Top in unserer Stadt wie ich finde, ist das traditionelle Altstadtfest, wo ich zum zweiten Mal als Straßenzugbeauftragter mit an den Start gehe. Darüber freue ich mich sehr, neuen Schwung rein zu bringen. Ich liebe unsere schöne Stadt mit unserem Rathaus, die tolle Aussicht auf unsere Burg.Ein Flop für mich ist, dass es so viel leerstehende Gebäude in Kulmbach gibt. Man könnte viel mehr bieten, liegt es an den zu hohen Mieten?!! Ich weiß es nicht.Und Leute, seid nicht so streng mit unseren Kleinunternehmern, wie z.B. zum Winterdorf, wenn es mal zu der begrenzten Zeit etwas lauter wird. Wir müssen jeden Tag hart für unser Geld arbeiten, deswegen denke ich, könnte man mal eine Ausnahme machen und zu der Zeit den Ausschank und die Spielzeiten der Musik verlängern.
Wir alle haben die unterschiedlichsten Erwartungen und Ansprüche an unser Leben im Kulmbacher Land. Ich danke Daniel für seinen Mut, seine Ansichten mit uns zu teilen. Nur so können wir die positiven Aspekte betonen, uns gegenseitig inspirieren und unterstützen, aber auch die negativen Angelegenheiten fair und step by step angehen.
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